Trekking-Camp in der Pfalz

17.12.2025

Gut vorbereitet und ausgestattet mit allem erforderlichen Equipment für drei Tage Wandern und zwei Übernachtungen im Zelt starteten acht fröhliche Wanderer am 2. Mai 2025 vom Treffpunkt in Ramsen in den Pfälzer Wald hinein. 

Die Sonne schien, alle brachten Lust und Laune mit, auch mit etwas schwererem Gepäck zu wandern. So bewältigten wir bergauf, bergab unsere erste Etappe von gut 12 km - vorbei an Alpakas, Kälbchen, entlang des Eiswoogs, auf kleinen Pfaden, aber auch „richtigen“ Wegen durch den Wald.

Ein idyllischer, mit Holzspänen gepolsterter Zeltplatz, unser Trekkingcamp mitten im Wald nordöstlich von Enkenbach-Alsenborn mit sicherer Feuerstelle, zwei Toilettenhäuschen und in der Nähe einer Quelle, erwartete uns – und Hunger, dem abgeholfen werden konnte.

Das perfekte Stockbrot

Wer kennt nicht selbstgebackenes Stockbrot? So geht‘s: Die Zutaten – 450 g Mehl (405er Weizen) + 1 Päckchen Trockenhefe + 2 Teelöffel Salz + ½ Teelöffel Zucker + 3 Esslöffel Olivenöl + ca. 230 ml Wasser - zu einem festen Teig verkneten und gut 30 Minuten in der Nähe des bereits lodernden Feuers abgedeckt ruhen lassen. Ausgerüstet mit einem Holzstecken muss nur noch jeder ein Stück der Teigwurst (gibt genau acht Teile) um die Spitze wickeln und festdrücken. Dann ab damit in Richtung Glut, langsam drehen, aber nicht hineinfallen lassen! Das Stockbrot schmeckte soooo lecker und wurde nur getoppt von aufgespießten Würstchen und Steaks.

Am Samstagmorgen weckten uns zum Sonnenaufgang die ersten Waldvögel, und schnell kochte das Kaffeewasser auf den Gaskochern. Heute wollten wir eine 22-Kilometer-Strecke zu unserem nächsten Zeltplatz bei Drehenthalerhof angehen - so der Plan A.

 

Ein Gewitter zieht auf

Doch dann wurde die Gewitterwarnung für den Abend Stunde um Stunde konkreter. Claudia, unsere bewanderte Pfalzkennerin, änderte flexibel die Tour - und es trat Plan B in Kraft: auf zur Mehlinger Heide. Wie? Eine Heidelandschaft mit ganz viel Sand mitten in der Pfalz? Mein Tipp: Wer sie noch nicht kennt, sollte sie kennenlernen, eine der größten zusammenhängenden Heidelandschaften Süddeutschlands und ein beeindruckendes Natur- und Vogelschutzgebiet.
Homepage der Mehlinger Heide

Immerhin 16 km Wanderung kamen mit dieser Variante zusammen.

Gegen Abend verdunkelten sich die Wolken stetig, die Windböen wurden heftiger und aus der zweiten Nacht im Zelt wurde aus Sicherheitsgründen gemäß Plan B eine Nacht im „Blechhammer“ - so der Name unseres Hotels. Abbrechen und nach Hause fahren kam nicht in Frage, schließlich freuten wir uns auf unseren dritten Wandertag.

Und während uns im Restaurant köstliches Essen serviert wurde, versuchte eine Misteldrossel ihre Brut satt zu kriegen, die im Nest in einem Strauch direkt am Hotelfenster auf sie wartete. Ein ganz schöner Stress! Aber für uns faszinierend zu beobachten.

Gelungener Abschluss

Am Sonntagmorgen schien wieder die Sonne. Mit einem leckeren Jeder-gibt-was-dazu-Frühstück an einem wackligen Baumtisch starteten wir in unseren letzten Tourentag.

Wir wanderten auf dem nördlichen Teil des Hinkelsteinwegs mit besonderer Kennzeichnung („Nein das ist kein Kaktus!“). Es gab viel hölzerne „Kunst“ im Wald in Form von Adlern, Bären, Füchsen und allerlei Phantasiewesen zu bestaunen. Unterwegs begegneten wir lebenden und leider auch überfahrenen Blindschleichen.

Die Restbestände aus dem Rucksack garten wir im Deckel der Gaskocher auf der Treppe des Dorfplatzes in Höringen und nicht zuletzt stießen wir auf einen mit flüssiger Stärkung gefüllten „Zwitscherkasten“ mitten im Wald.

So wurde es ein weiterer fröhlicher Wandertag mit 21 km Wanderstrecke, den wir mit einer Schlusseinkehr im Flammkuchenhaus krönten. Was es mit Claudias bestens ausgeklügeltem „Auto-Hütchenspiel“ auf sich hat, verraten wir nicht. Das wissen nur die Mitwanderer des Trekkingcamps 2025.

 

Text: Marina Aumann
Fotos: Claudia Endriss, Oliver Heil

 

Hinweis:
Claudia Endriss wird auch in 2026 wieder 2 Trekking-Camps anbieten => Touren für Mitglieder