Wegweiser sorgen trotz Neuschnee für Orientierung | © DAV Mainz / Tourengruppe Schneeschuhtouren im Tannheimer Tal (04.-08.02.2026)
Alpe "Älpele" im Winterschlaf | © DAV Mainz / Tourengruppe Schneeschuhtouren im Tannheimer Tal (04.-08.02.2026)
Steil bergauf durchs Älpeletal | © DAV Mainz / Tourengruppe Schneeschuhtouren im Tannheimer Tal (04.-08.02.2026)
Auf dem Rückweg nach Zöblen | © DAV Mainz / Tourengruppe Schneeschuhtouren im Tannheimer Tal (04.-08.02.2026)

Auf Schneeschuhen und Grödeln durch die Berge des Tannheimer Tal

23.02.2026

Trotz nicht optimaler Wetter- und Schneebedingungen verlebten wir vom 04. bis 08.02.2026 ein paar schöne Wintertage mit interessanten Touren.

Ankunft im Tannheimer Tal und LVS-Übung

Am Mittwoch reiste ein Teil unserer Gruppe per Fahrgemeinschaft mit dem Auto an, die anderen fuhren mit der Bahn bis Reutte und von dort mit dem Bus nach Tannheim, wo wir uns gegen Mittag pünktlich im Gasthof „Enzian“ zusammenfanden.

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde stand zunächst die theoretische Einweisung in die LVS‑Ausrüstung (Lawinen-Verschütteten-Suche) auf dem Plan. Anschließend ging es direkt hinaus auf ein großes Schneefeld in der Nähe des Hotels, wo wir das Gelernte praktisch umsetzten. Alle Teilnehmer*innen konnten ihre LVS‑Geräte testen und das Auffinden einer verschütteten Person üben – eine wichtige Erfahrung und Voraussetzung für Winterwanderungen in den Bergen, von der wir zugleich hoffen, dass wir sie in der Realität nie benötigen werden.

Am späteren Nachmittag blieb noch etwas Zeit, um anzukommen und den Gasthof „Enzian“ sowie die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Den Abschluss des Tages bildete ein erstes, ausgesprochen leckeres Abendessen in gemütlicher Runde im Restaurant des Gasthofs.

Auf den Pirschling und den Schönkahler

Gestärkt durch das reichhaltige Frühstück sollte es heute die erste Schneeschuhtour im Gelände sein - und das mit voller Winterausrüstung, also inklusive LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Die äußeren Bedingungen waren prima, die Sonne lachte vom Himmel bei Temperaturen um die 2 Grad.

Von der Bushaltestelle in Zöblen ging es unspektakulär in Serpentinen auf nahezu trockenen Wegen zum Gasthof „Zugspitzblick“. Wohl nur Marketing, denn von der Zugspitze war weit und breit nichts zu sehen. Weiter ging es nun mit unseren Grödeln auf vereisten Forstwegen durch den Wald immer weiter hinauf in Richtung unseres Tagesziel, dem Schönkahler auf 1.688 m.

Nachdem wir den Wald hinter uns gelassen hatten, öffnete sich auf 1.400 m vor uns überraschend eine Schneelandschaft. Die gespurten Wege erforderten weiterhin nicht den Einsatz unsere Schneeschuhe, die Grödeln reichten völlig aus, da sich auch immer wieder schneefreie Abschnitte auftaten.

Auf dem Pirschling (1.634 m) ist unser Ziel schon in Sichtweite. Angekommen auf dem Schönkahler zeigte sich uns auf der einen Seite das grüne bayerische Alpenvorland und uns zu Füßen das Städtchen Pfronten mit dem Weißensee und den Hausbergen Aggenstein und Einstein - und auf der anderen Seite das Tannheimer Tal mit seinen schneebedeckten Bergen.

Nach den Erinnerungsfotos und einer Rast auf dem Gipfel wandelte mancher noch auf der Grenzlinie zwischen Bayern und Tirol, bevor es auf gleichem Wege ohne Probleme wieder hinunter zum Ausgangspunkt nach Zöblen ging. Der Bus (kostenlose Nutzung mit der Gästecard!) brachte uns pünktlich zurück nach Tannheim und dem Abendessen näher … aber das ist eine andere Geschichte.

Auch bei Schlechtwetter unterwegs

Nach dem Bilderbuchwetter des Vortages erwarteten uns heute Morgen dunkle Wolken am Himmel. Da war nix mit "hoch hinaus", Alternativen mussten her.

Zu viert starteten wir von Tannheim zu einer Rundwanderung in Richtung des "Einstein". Auf halber Höhe kam es dann ganz dick: Herrlich volle Schneeflocken versetzten uns in eine Märchenlandstimmung. Nur 100 m tiefer ging der Niederschlag leider in Regen über, was so den ganzen Tag über mal stärker und mal schwächer bleiben sollte.

Mittags kamen die anderen von ihrer verregneten Tour zum und um den Vilsalpsee zurück. Zwei aus der Vierergruppe zogen nochmal los in dieselbe Richtung. Nach der Rückkehr zu unserem Gasthof bot die gemütliche, hoteleigene Sauna Gelegenheit zum Aufwärmen, bevor sich alle wieder zur fröhlichen und unterhaltsamen Abendessenrunde trafen.

Fazit dieses Schlechtwettertages:
Jeder hat dem nasskalten Tag etwas abgewonnen und für seine eigene Motivation genutzt. Und spätestens abends beim Blauen Zweigelt, einem Starkenberger oder dem superleckeren "Affogato" zum Nachtisch waren alle glücklich und zufrieden.

 

Durchs Älpeletal zum Schnurstrofen

Bei Kaiserwetter starteten wir in den letzten Tourentag. Wieder ging es mit den Grödeln los – aber dann endlich rein in die Schneeschuhe. Unserer Tourenleiterin Erika führte uns durch wunderschöne Winterlandschaft aufwärts durchs Älpeletal in Richtung Schnurschrofen (1.900 m). Bei Neuschnee und Sonne entschieden wir uns aber vor dem Gipfelanstieg für die Rückkehr – die Lawinengefahr an einem zu querenden Hang ließ keine andere Entscheidung zu.

Auch ohne Gipfel war es ein toller Tourenabschluss, der in fröhlicher Runde vor und nach dem wieder sehr leckeren Abendessen im Gasthof bei vielen guten Gesprächen noch lange nachklang.

Abschied und Fazit

Letzter Abend im Gasthof, Übernachtung, Frühstück, Abreise und Heimfahrt - nochmals Gelegenheit, die schönen Bilder der Winterlandschaft Revue passieren zu lassen. Unser Dank gilt unserer Tourenleiterin Erika, die uns durch ihre gute Planung und umsichtige Führung diese interessanten und aussichtsreichen Touren ermöglicht hat.

Es hat allen viel Spaß gemacht, gemeinsam ein paar (Touren-)Tage im winterlichen Tannheimer Tal zu verbringen!

 

Toureneitung: Erika Schüller
Teilnehmer*innen: Kristine, Marina, Pedy, Peter, Volker, Andreas

Text + Bilder: DAV Mainz / Tourengruppe Schneeschuhe Tannheimer Tal (04.-08.02.2026)