Blick auf Lysgletscher und Lyskamm  | © DAV Mainz / Tourengruppe Monte Emilius und Monte Rosa (17.-23.08.2025)
Auf dem Gipfel der Punta Gnifetti (Signalkuppe) | © DAV Mainz / Tourengruppe Monte Emilius und Monte Rosa (17.-23.08.2025)
Blick auf die Dufourspitze | © DAV Mainz / Tourengruppe Monte Emilius und Monte Rosa (17.-23.08.2025)

Monte Emilius und Monte Rosa

Traumhafte Hochtourenwoche über dem Aostatal

22.02.2026

Vom 17. bis 23.08.2025 erlebten wir unvergessliche Gipfeltage und gemütliche Hüttenübernachtungen.

Ankunft im Aostatal

Nachdem wir über den landschaftlich wunderschönen Gran San Bernardo-Pass am Sonntagnachmittag in Aosta angekommen waren, fielen wir erstmal in eine Gelateria ein und stromerten danach durch die Stadt. Es gibt im Ort viele prachtvolle Bauten zu bewundern, die vom Reichtum der Jahrtausende alten Handelsstadt erzählen.

Im Kontrast zu den zahlreichen römischen Brocken steht die futuristisch anmutende Universität von Mario Cucinella Architects - ein Muss für die Architektur-Kenner unserer Gruppe. Ihre türkis-milchglas-weiße Fassadenschichtung lässt die nahen Gletscher des Monte Rosa assoziieren - und diese waren ja unser erklärtes Ziel!

Rifugio Arbolle und Monte Emilius

Am nächsten Tag ging es von Aosta über ein paar Extra-Gipfel für unsere „jungen Wilden“ zum Rifugio Arbolle (2.511 m) und am Dienstag weiter auf den Monte Emilius (3.559 m) - mehr als eine Eingeh- und Akklimatisationstour. Seiltechniktraining vor der Hütte, am Gipfelgrat Klettern im Blockgelände bis zum II. Grad - ein veritabler 3500er mit Traumsicht auf den Montblanc und die Wallis-Viertausender von Süden. Unser erstes Gipfel-Highlight!

Nach dem Abstieg von der Hütte war am Dienstagnachmittag nochmals viel Zeit und Genuss mit italienischem Essen im gemütlich „mediterranen“ Aosta.

Rifugio Giovanni Gnifetti und erste Viertausender

Am Folgetag dann Wechsel der Talseite, Fahrt mit dem Auto nach Staffal und von dort mit Seilbahn, Gletscherquerung und Klettersteig zum Rifugio Giovanni Gnifetti (Gnifetti Hütte). Unser Zuhause für drei Tage auf 3.625 m: urig, voller gipfelsüchtiger Bergsteiger*innen, mit gemütlichem Gruppen-Zimmerlager und köstlicher Verpflegung.

Am Donnerstag „eroberten“ wir die drei ersten Viertausender: Vincentpyramide (4.215 m), Balmenhorn (4.167 m) und dank starker Gruppenleistung und unverhofft anhaltendem strahlenden Sonnenschein am tiefblauen Himmel als Zugabe die Ludwigshöhe (4.341 m).

 

Capanna Regina Margherita und weitere 4.000er Gipfel

Der Freitag sollte der Höhepunkt unserer Tour werden – Aufstieg zur Capanna Regina Margherita, der höchsten Hütte der Alpen auf der Punta Gnifetti (Signalkuppe - 4.554 m). Wie am Vortag war das Wetter ein wenig ungewiss, es spendierte uns Neuschnee und einen späten Start. Dann aber, oberhalb von 4.000 m schließlich traumhafte Bedingungen mit beständig blauem Himmel, unter uns jedoch dichte Wolken, die es - wie vorhergesagt - lange nicht aus dem Aostatal hinauf in unsere höchsten Höhen schafften.

Der Anstieg zur Margherita Hütte ist lang und zuletzt sehr steil, aber bei Kaiserwetter wurde es einer der wunderbarsten Gipfeltage für alle Beteiligten. Wir erreichten die Punta Gnifetti bei traumhafter Fernsicht auf die benachbarten Gipfel der Monte Rosa Gruppe, hinab aufs 100 m niedrigere Matterhorn, auf den Mischabelgrat im Westen und zum Grand Paradiso im Süden. Bis zum am Horizont schwebenden Monviso standen die Berühmtheiten der Alpen zum Greifen nah. Ein weiterer Höhepunkt war der selbstgebraute Gipfelkaffee, wie immer von unserem „Barista“ Dustin frisch zubereitet. Im Abstieg eröffnete sich die Chance, auf bestem, frisch gepuderten Trittfirn die Gratschneide der Parrotspitze (4.434 m) zu überschreiten -  großartig exponiert und ausgesetzt - und nochmals die Ludwigshöhe „mitzunehmen“. So hatten wir bei bester Sicht wieder drei Viertausender und rund 1.300 Höhenmeter gesammelt, bis wir am späten Mittag in steigende Wolken und Dunst eintauchten und schließlich die letzten Meter zur Gniffetti Hütte wieder im Schneetreiben zurücklegten.

Abstieg und Fazit

Letzter Hüttenabend, Übernachtung, Abstieg, Seilbahn, Heimfahrt - viele Gelegenheiten, die großartigen Eindrücke immer wieder durchs Bewusstsein streifen zu lassen und miteinander auszutauschen.

Es war eine große Freude, gemeinsam diese Woche zu verbringen!

 

Tourenleitung: Oliver Bischof
Teilnehmer*innen: Andreas, Dustin, Erika, Jonas, Martina

Text + Bilder: DAV Mainz / Tourengruppe Monte Emilius und Monte Rosa (17.-23.08.2025)